Fotofestival als Luxus-Seifenblase

Vorweg: Es geht um 1,6 Mio Euro Steuergeld!

Da wurden gigantische Zahlen in den Raum gestellt, zuletzt war seitens des Veranstalters von 266.751 Fotofestival-Besuchern die Rede, ein angebliches Plus von 41% gegenüber 2018. Die Stadtgemeinde sprach sogar von 290.166 Besuchern bzw. plus 53%. Nur für die Badener Hotellerie ist davon nichts übriggeblieben. Das belegen die aktuellen amtlichen Nächtigungszahlen.

Vergleicht man nämlich diese für den Zeitraum der Fotofest-Monate Juni bis September ergibt sich ein trauriges Bild: Gegenüber 2018 musste die gewerbliche Hotellerie 6.729 Nächtigungen einbüßen, was einem Minus von 10,4% entspricht (Quelle: Statistik Austria). Die Bürgerliste hat ob der kolportierten Fotofest-Besucherzahlen schon einmal gefragt ´Sag´ mir, wo die Gäste sind, wo sind sie nur geblieben´ (angelehnt an das berühmte Lied von Marlene Dietrich).

Ganz nach dem Motto „Was nicht sein darf, kann nicht sein!“ gab es dazu seitens des Rathauses eine merkwürdige Erläuterung: “Es stellte sich heraus, dass einer der größten Badener Beherbergungsbetriebe ein EDV-Problem hatte und die automatische elektronische Gästemeldung nicht erfolgte.“

Es geht um 6.280 Nächtigungen, die für diesen Zeitraum nachgemeldet wurden. Aber selbst damit bleibt ein Minus von -0,5%, was nicht zu den vom Rathaus hochgejubelten Besucherzahlen in Höhe von plus 53% passt.

Täuschung durch Falschinformation

Und weil das so ist, kommt vom Rathaus die nächste kuriose Erklärung: Nun soll es sich plötzlich bei den genannten Zahlen zum Fotofestival nicht um „Besucher“, sondern um „Besuche“ handeln. Tatsache ist, dass bisher nur von „Besuchern“ die Rede war, sogar im Gemeinderatsantrag, wo von „290.000 Personen“ gesprochen wird. Diese „neue“ Betrachtungsweise reduziert die tatsächliche Besucheranzahl des Fotofestivals massiv und bedeutet, dass die Badenerinnen und Badener, die Presse, der Badener Gemeinderat und womöglich auch andere Subventionsgeber getäuscht wurden.

Das von ÖVP, Grünen und NEOS hochgepriesene Tourismuspferd hat sich damit als Luxus-Seifenblase entpuppt. Insgesamt wurden dafür bereits 1,6 Mio Euro Steuergeld verwendet, davon alleine 1 Mio Euro aus der Stadtkassa. Ein Großteil als Subvention an den Veranstalter, einen privaten Verein, wo der Obmann mit der Kassierin verheiratet ist. – Was mit diesen Steuergeld-Beträgen tatsächlich passiert, ist der Kontrolle des Gemeinderates entzogen, weil der städtische Prüfungsausschuss keinen Einblick hat.

Die Bürgerliste „wir badener“ steht dem Fotofestival prinzipiell nicht negativ gegenüber, aber es muss ehrlich, transparent und vor allem sparsam zugehen!