Paradox: Denkmalschutz bei Linzer Eisenbahnbrücke aufgehoben, Löwenbrücke unter Denkmalschutz gestellt!

Im Bescheid des Bundesdenkmalamtes der Kaiser Franz Joseph-Brücke (im Volksmund auch „Löwenbrücke“ genannt) heißt es:
Die Kaiser Franz Joseph-Brücke über die Schwechat in Baden wurde 1898 von der Brückenbauanstalt Ignaz Gridl (wurde später an die Waagner-Biro AG verkauft) errichtet. Die genietete Eisenfachwerkkonstruktion besteht aus den beiden parallelgurtigen Hauptfachwerkträgern und den Querträgern zur Aufnahme des Fahrbahnbelags.
Das Objekt dokumentiert die Konstruktionsweise von Brücken um 1900 aus genieteten Eisenprofilen als technische Neuerung des 19. Jahrhunderts. Mit der Verwendung vorgefertigter Teile konnten solche Brücken in kurzer Zeit errichtet werden.
Die gegenständliche Brücke stellt die Brückenarchitektur dieser Zeit in anschaulicher Art und Weise dar. Die Brücke ist daher ein Dokument der Technik- und Wirtschaftsgeschichte Österreichs.
Die Anschaulichkeit, Seltenheit und der innovative Charakter der Brücke begründen somit die besondere geschichtliche und kulturelle Bedeutung.

Die Eisenbahnbrücke in Linz, bei welcher der Denkmalschutz aufgehoben wurde und die nun durch einen Neubau ersetzt wird, ist wie folgt beschrieben:
Das Bauwerk ist eine Stahlkonstruktion aus 1899 (von Hofschlosser Anton Biro) und eine der letzten Fachwerkbrücken an der Donau. Sie prägt das Stadtbild von Linz.
Eine Besonderheit dieser Brücke ist die Bauweise als genietete Eisenkonstruktion, wie sie in Österreich kaum noch erhalten ist. Sie hat eine Länge von 375 Meter und besteht aus drei bogenförmigen Fachwerkteilen. Diese Fachwerkteile sind parallele Fachwerkbauten. Die Brücke, die den Zweiten Weltkrieg unbeschadet (!) überstand, wurde unter Dankmalschutz gestellt, der 2013 wieder aufgehoben wurde.

Zusammenfassend: Zwei Fachwerkbrücken – genietete Eisenkonstruktion aus derselben Zeit! Jedoch:

  • Die Linzer Eisenbahnbrücke – ein monumentales Wahrzeichen an der Donau – soll kein „Dokument der Technik- und Wirtschaftsgeschichte Österreichs“ sein, hingegen die Kaiser Franz Joseph-Brücke – im Vergleich ein Brückchen – schon?
  • Die Linzer Eisenbahnbrücke soll keine besondere geschichtliche und kulturelle Bedeutung mehr haben, hingegen die Badener Löwenbrücke schon?

„Nach Aufhebung des Denkmalschutzes bei der Linzer Eisenbahnbrücke im Jahr 2013 wäre das Bundesdenkmalamt von selber wohl nie auf die Idee gekommen, die Löwenbrücke im Jahr 2015 unter Denkmalschutz zu stellen. Wer also im Rathaus hatte daran Interesse, die Löwenbrücke unter Denkmalschutz zu stellen und so einen Neubau zu verhindern? Und warum? Die Badener bekommen jetzt statt eines fast kostengleichen Neubaus mit weitaus höherer Tragkraft und geringen Wartungskosten – der Neubau hätte übrigens ganz gleich ausgesehen wie die alte Brücke, weil die historischen Verschönerungselemente wiederangebracht worden wären – eine um teures Geld sanierte alte Brücke mit lediglich gleicher Tragkraft und entsprechend hohen Wartungskosten! – Ein Fall für einen Untersuchungsausschuss, den es aber auf Gemeindeebene leider nicht gibt“, resümiert Klubobfrau Christine Witty von der Bürgerliste „wir badener“.

P.S.: In einem Unterschutzstellungsverfahren sind ausschließlich die geschichtliche, kulturelle und künstlerische Bedeutung eines Objektes vom Bundesdenkmalamt zu prüfen. Wirtschaftliche, finanzielle oder sonstige Interessen sind nach der Rechtsprechung des VwGH nicht beachtlich. Auch die Frage der Sicherheit fällt nicht in die Zuständigkeit des Bundesdenkmalsamtes.

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