Pfarrgasse: Stadtregierung fährt über betroffene Bürger drüber

In der jüngsten Gemeinderatssitzung haben ÖVP, Grüne und Neos den 170.000 Euro teuren Umbau des Hauptplatz orientierten Teils der Pfarrgasse („Brunnenplatzl“) – trotz heftiger Kritik der Bürgerliste – beschlossen.

Hierbei handelt es sich um ein Projekt, das nicht im Stadtbudget 2019 enthalten war (im Gegensatz zum Umbau der äußeren Rathausgasse, der mit 60.000 Euro veranschlagt wurde).
Also eine Hauruck-Aktion ohne Miteinbindung der betroffenen Bürger, vor allem der Anrainer und der dort ansässigen Geschäftsleute.

Engagierte Badener/innen haben daraufhin eine Unterschriftenaktion gestartet, worin gefordert wurde, dass das „Brunnenplatzl“ beim Lumpentürl – so wie es ist –  erhalten bleiben soll. Auch die wunderbaren Schatten spendenden Bäume sollten erhalten bleiben. Über 200 Unterschriften konnten innerhalb nur weniger Tage gesammelt werden!

Doch das scherte die Rathausverantwortlichen wenig. So wurden die Bäume im Auftrag der Stadt in einer Nacht- und Nebelaktion zeitig in der Früh – ohne Sicherungsmaßnahmen (!) und ohne die Anrainer darüber zu informieren – gefällt. Eine wertvolle Sauerstoffoase, die zugleich Schattenspender (vor allem im Hochsommer!) und Feinstaubfilter ist, ging damit verloren. Und dabei handelte es sich um gesunde Bäume, wie ein Gutachten eines Baumsachverständigen bestätigt. „Eine unglaubliche Vorgehensweise des Bürgermeisters und seiner schwarz-grün-rosa Stadtregierung“, kann dazu Bürgerlisten-Chef, Stadtrat Jowi Trenner, nur noch den Kopf schütteln.

Stadtrat Jowi Trenner hat deshalb den Bürgermeister aufgefordert, einen sofortigen Baustopp zu verfügen und stattdessen folgende drei Punkte – nach Anhörung der Anrainer und Geschäftsleute – umzusetzen:

  1. Wiederbepflanzung mit erwachsenen, schattenspendenden Bäumen;
  2. Steuergeld schonende Verschönerungsmaßnahmen (Neuanordnung und Neugestaltung der Blumenbeete; neue Zierzäune; eventuell neues bzw. ergänzendes Spielelement für Kinder etc.) statt eines 170.000 Euro teuren Umbaus, zumal sich die relativ junge Pflasterung vor Ort in einem tadellosen Zustand befindet;
  3. Hervorhebung des Lumpentürls durch Errichtung eines „Lumpenpfades“, der – durch entsprechende Bodenmarkierung wie zum Beispiel Weinblätter – vom Hauptplatz/Ecke Pfarrgasse zum Lumpentürl führt.

Die lapidare Antwort des Bürgermeisters (Auszug):
“Die für die Umsetzung erforderlichen Materialien wurden bereits bestellt und auch die Auftragserteilung an Firmen ist bereits erfolgt.”